Die Akte Yassine Chikhaoui

  • Fringers Angst um seinen Lieblingsspieler




    Yassine Chikhaoui, der Dauerpatient, ist wieder verletzt. Sein Problem ist die Patellasehne. «Yassine weilt zurzeit beim Nationalmannschaftsarzt der Tunesier», sagt FCZ-Sportchef Fredy Bickel gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Die Patellasehne im rechten Knie sei diesmal entzündet. Das gleiche Problem habe der tunesische Nationalspieler schon einmal im linken Knie gehabt und deswegen sogar operiert werden müssen. «Ich bezweifle aber, ob eine Operation an der Patellasehne tatsächlich Sinn macht. Als er das letzte Mal dort operiert wurde, fiel er trotzdem fast drei Jahre lang aus», bedauert Bickel. Chikhaoui habe damals den Rat von deutschen Ärzte befolgt und sei auch in Deutschland operiert worden.




    Bickel ist verhalten optimistisch




    «Die meisten Ärzte, deren Meinung wir im Fall von Chikhaoui eingeholt haben, empfehlen jedoch, dass man die Patellasehne einfach ruhen lassen und während einer gewissen Zeit überhaupt keinen Sport betreiben soll», sagt Bickel. Der FCZ muss sich die bange Frage stellen: Schliesst sich die Krankenakte Chikhaouis denn nie? Auch Bickel macht sich Gedanken. «Bei seiner Krankheitsgeschichte muss man immer davon ausgehen, dass alles möglich ist», sagt Bickel. Er sei für alle Eventualitäten gewappnet und diesmal verhalten optimistisch. Ein erneuter Ausfall Chikhaouis wäre ein herber Schlag für den designierten FCZ-Trainer Rolf Fringer. In seinen Planungen spielt der Tunesier eine zentrale Rolle, er will die neue Mannschaft sogar um Chikhaoui herumbauen. «Wir erwarten Yassine am 13. Juni zum Trainingsstart zurück. Dann werden wir das weitere Vorgehen besprechen.»




    «Das Geheimnis ist die richtige Diagnose»




    Heinz Bühlmann, ehemaliger Teamarzt von GC und dem FCZ, sagt: «Das grosse Geheimnis bei der Patellasehne ist die richtige Diagnose.» Man müsse einen diagnostischen Ultraschall machen, bei dem der Patient das Knie bewegen müsse. «Man kann dabei herausfinden, ob die Patellasehne nur entzündet oder verletzt ist. Die Patellasehne besteht aus tausend Fasern. Sind diese in Mitleidenschaft gezogen, entsteht eine Narbe, und dann spricht man von einer Verletzung», sagt der Experte. Dann müsse man sich für die richtige Therapie entscheiden.




    Probleme an der Patellasehne würden meistens deshalb erfolgen, weil die Pflege vernachlässigt würde. «Der Oberschenkelmuskel oberhalb der Patellasehne muss regelmässig gestretcht und massiert werden. Ist das nicht der Fall, entsteht ein chronischer Zug auf die Sehne und somit eine Überbelastung», so Bühlmann. Auch er rät eher nicht zu einer Operation. «Afrikanische Spieler haben oft Plattfüsse, die zu den Problemen an der Patellasehne führen. Ich habe mit Einlagen in den Fussballschuhen schon oft gute Resultate erzielen können», so Bühlmann. Im Fall von Chikhaoui sei es von Vorteil, dass nicht die bereits operierte Patellasehne wieder entzündet sei. «Wenn man jetzt sofort die richtige Diagnose stellt, dann hat er sehr gute Chancen, wieder ganz gesund zu werden.»




    http://www.fczforum.ch/forum/y…hikhaoui-t14627-2134.html