14.11.12 TUN vs. SUI

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    Am 14. November testet die Schweiz auswärts gegen Tunesien. Wird das Spiel zur Aufbauhilfe für die Hälfte des Teams? Gut möglich. Denn: Aktuell sind sechs von Ottmar Hitzfelds Fixstarter in ihrem Klub nur zweite Wahl.




    Kopfzerbrechen bei Ottmar Hitzfeld: Gleich mehrere seiner Stammspieler in der Nationalmannschaft sind im Klub nur Ersatz.1 / 8


    Dies bringt Hitzfeld noch nicht jetzt, aber vielleich schon bald in die Bredouille. Denn: Eines seiner Prinzipien war stets - und dies betonte er auch immer wieder - dass man sich durch Leistung im Klub für die Nati empfehlen muss. Wenn nun viele Athleten über Wochen oder Monate nicht spielen sollte, dürfte er sich von dieser Prämisse definitiv verabschieden müssen.




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    In den letzten Jahren und Monate drückte er jeweils bei Senderos, Djourou und bei Barnetta nach dessen Verletzung ein Auge zu - obwohl es ihm nicht einfach fiel.




    Dass er sie in die Startelf aufbot, obwohl sie kaum Spielpraxis hatten, rechtfertigte er mit den Nati-Leistungen der Vergangenheit, dem zurückbezahlten Vertrauen und den (meist) guten Resultaten. Nun aber könnte aus den ''Ausnahmen'' plötzlich eine ungeliebte Regelmässigkeit werden. Denn: Die Alternativen sind rar gesät. Blicken wir auf die ''Sorgenkinder'' Hitzfelds:




    1. Granit Xhaka (20, Borussia Mönchengladbach): Er sollte das Hirn und Metronom Borussia Mönchengladbachs werden. Mittlerweile hat er sich aber nicht nur wegen seinen Leistungen, sondern auch aufgrund seiner Selbstüberschätzung und unnötigen Interviews ins Abseits gespielt. Daraus ergibt sich für Hitzfeld ein grosses Problem. Denn: Xhaka braucht noch mehr als alle anderen Spielpraxis, spielt er in der Nati doch weder auf der Sechser- noch Achterposition. Bleibt er Bankdrücker, vergrössert sich die Fragezeichen, ob er in Zukunft in der Startelf wirklich so unverzichtbar ist, wie man meint.




    2. Eren Derdiyok (24, Hoffenheim): In einem durchschnittlichen Team schafft er es nicht über die Joker-Rolle hinaus. Anstatt Tore und Assists sammelt der Stürmer momentan höchstens Spielminuten. Seine Bilanz ist vernichtend: 7 Einsätze, 4 Auswechslungen, kein Tor. Klar, dass die Argumente gegenüber Hitzfeld so fehlen. Besonders brisant: Mit Mario Gavranovic steht Hitzfeld eine treffsichere Alternative zur Seite, die zuletzt in mit dem Schweizer Leibchen stark aufspielte. Dass der FCZ-Stürmer mit der Super-Quote in der Nati (5 Spiele, 4 Tore) nun verletzt ist, dürfte Derdiyok allerdings recht sein. Beruhigen darf es ihn aber nicht. Und: Nassim Ben Khalifa hat auch Ambitionen.




    3. Ricardo Rodriguez (20, Wolfsburg): Sein Stammplatz als linker Aussenverteidiger wackelt gewaltig. Mit dem Out Magaths verliess der grösste Fürsprecher des Youngsters die VW-Stadt. Und nun läuft es dem Klub mit Marcel Schäfer auf Rodriguez' Position plötzlich besser - alles andere als ideal für Rodriguez. Aber auch in der Nati schwächelte ''RR'' zuletzt. Fazit: Reto Ziegler könnte seinen Platz zurückerobern. Allerdings spielte er zuletzt bei Lok Moskau auch nicht immer, Hitzfeld hat also durchaus Sorgen. Ob plötzlich Fabio Daprelà oder Claudio Lustenberger eine Chance bekommen?




    4. Tranquillo Barnetta (27, Schalke): Die Konkurrenz auf Schalke ist gross. Die Chancen auf vermehrte Einsätze in Zukunft allerdings auch. Denn: Schalke tanzt noch immer auf drei Hochzeiten (Bundesliga, Champions League, Pokal) - jeweils mit guten Perspektiven. Trainer Huub Stevens ist froh, dass er Barnetta im Kader hat. Er schätzt nicht nur die spielerischen, sondern auch die menschlichen Qualitäten des Ostschweizers. Gleiches gilt für Hitzfeld in der Nati. Es ist nicht davon auszugehen, dass er für den 27-Jährigen künftig nur eine Ersatzrolle haben wird. Der härteste Konkurrent Barnettas bleibt Valentin Stocker.




    5. Johan Djourou (25, Arsenal): Unter Arsène Wenger kommt er höchstens noch in unbedeutenden Cup-Spielen zum Einsatz. Hitzfeld ärgert es, dass der grossgewachsenen Innenverteidiger im Sommer keinen Klubwechsel forcierte. Nun scheint Djourou die Gunners im Winter zu verlassen - endlich. Ob es ihm helfen wird? Hitzfelfd hat mit Timm Klose und Mario Eggimann zwei Bundesliga-Stammspieler in der Hinterhand. Kommt Djourou im Klub nicht bald zum Zug, nützen ihm die zuletzt soliden Spiele in der WM-Quali auch nichts.




    6. Xherdan Shaqiri (21, Bayern München): Bei ihm muss man sich definitiv keine Sorgen machen. Seine Rolle bei Bayern kann als ''First Impact Sub'' bezeichnet werden, was heisst, dass er eine der ersten Alternativen von der Bank ist, um seinem Team einen Schub zu geben. ''XS'' wird auf seine Spielminuten kommen und wichtige Erfahrungen sammeln - das kommt Hitzfeld mehr zu Gute, als wenn sein Schützling noch ein weiteres Jahr bei Basel geblieben wäre.




    Noch muss Hitzfeld nicht in Panik verfallen, weil sechs seiner Nati-Fixstarter bei ihren Klubs auf der Bank sitzen. Mit etwas Galgenhumor könnte man sagen, dass der Zeitpunkt dafür stimmt. Bis zum nächsten WM-Quali bleiben knapp fünf Monate Zeit. Vielleicht möchte er gegen Tunesien und Griechenland (6. Februar) aber trotzdem schon einmal einige Alternativen testen? Es wäre nicht die schlechteste Idee.




    Kommentar von Mathias Germann




    Hinweis: sport.ch startet am Donnerstag die Serie ''SSDNR'' - oder ''sport.ch sucht den Nati-Regisseur''. Der Hintergrund: Wir sind der Meinung, dass Granit Xhaka auf der 10er-Position eine Fehlbesetzung ist. Wer sind die möglichen Alternativen? Wöchentlich stellen wir einen Spieler vor und analysieren seine Stärken und Schwächen. Den Anfang macht Xherdan Shaqiri!